Samstag und Sonntag. Die Patienten sind weiterhin in der Klinik. Die Therapeuten haben frei. Und jetzt?
Diese Situation gehört zum Alltag vieler stationärer Rehakliniken. Während der Woche ist der Tagesablauf der Patienten häufig eng strukturiert: Anwendungen, Physiotherapie, Ergotherapie, Training und weitere therapeutische Angebote bestimmen den Tagesplan.
Am Wochenende verändert sich dieser Rhythmus.
Viele therapeutische Angebote finden nicht oder nur eingeschränkt statt. Gleichzeitig bleiben die Patienten in der Klinik und haben mehrere Stunden zur freien Verfügung.
Natürlich soll das Wochenende auch der Erholung dienen. Doch gerade für eine moderne Rehaklinik stellt sich eine interessante Frage:
Wie können Patienten auch außerhalb der klassischen Therapiezeiten sinnvoll aktiv bleiben?
Reha endet nicht nach der letzten Therapieeinheit
Eine erfolgreiche Rehabilitation besteht nicht ausschließlich aus den Stunden, die ein Patient gemeinsam mit einem Therapeuten verbringt.
Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Entwicklung von Eigenständigkeit.
Patienten sollen lernen, ihren Körper besser wahrzunehmen, Bewegungen sicher auszuführen und das Erlernte zunehmend selbstständig anzuwenden.
Genau deshalb kann es sinnvoll sein, auch die Zeit zwischen den Therapieeinheiten stärker in das Reha-Konzept einzubeziehen.
Das bedeutet nicht, dass Patienten am Wochenende einfach sich selbst überlassen werden.
Im Gegenteil.
Es geht darum, ihnen geeignete Möglichkeiten für selbstständige Bewegung und Training zur Verfügung zu stellen.
Selbstständiges Training als Ergänzung
Nicht jede Übung erfordert dauerhaft die persönliche Anwesenheit eines Therapeuten.
Wenn Übungen individuell ausgewählt, erklärt und entsprechend vorbereitet wurden, können Patienten bestimmte Inhalte zunehmend eigenständig durchführen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- individuell zusammengestellte Übungen
- einfache Beweglichkeits- und Stabilisationsübungen
- funktionelles Training
- Wiederholung bereits erlernter Bewegungsabläufe
- Übungen mit geeigneten Trainingsgeräten
- strukturierte Trainingspläne
Der Therapeut bleibt dabei derjenige, der Ziele definiert, Übungen auswählt, Bewegungen beurteilt und den Trainingsprozess begleitet. Das eigentliche Üben kann je nach Patient und Trainingsziel zunehmend selbstständig erfolgen.
Nicht als Ersatz für Therapie, sondern als Ergänzung zur therapeutischen Arbeit.
Das Wochenende als ungenutzte Möglichkeit?
Für Rehakliniken eröffnet dieser Ansatz eine weitere Perspektive. Die Patienten sind bereits vor Ort. Die Infrastruktur ist vorhanden. Und auch die Trainingsflächen und Geräte sind häufig vorhanden.
Die Frage ist deshalb nicht unbedingt: „Wie können wir am Wochenende zusätzliche Therapie anbieten?“
Sondern vielmehr: „Welche Möglichkeiten können wir unseren Patienten geben, die Zeit selbstständig und sinnvoll zu nutzen?“
Damit verändert sich auch der Blick auf die Rolle des Therapeuten.
Es geht nicht darum, jede einzelne Trainingsminute persönlich zu begleiten. Vielmehr kann die therapeutische Expertise dort eingesetzt werden, wo sie den größten Unterschied macht: bei der individuellen Planung, Anleitung, Kontrolle und Anpassung.
Moderne Reha muss nicht immer mehr Therapie bedeuten
Wenn über die Modernisierung stationärer Reha gesprochen wird, denken viele zunächst an neue Geräte, zusätzliche Räume oder umfangreiche Investitionen.
Doch Modernisierung kann auch anders aussehen. Sie kann bedeuten, bestehende Strukturen intelligenter zu nutzen.
Ein Trainingsbereich muss beispielsweise nicht ausschließlich während einer betreuten Therapieeinheit genutzt werden.
Mit passenden Konzepten können zusätzliche Möglichkeiten entstehen, auch außerhalb der klassischen Therapiezeiten.
Gerade für Rehakliniken kann das interessant sein:
Mehr Möglichkeiten für Patienten, ohne automatisch mehr therapeutische Personalstunden einplanen zu müssen.
Von der betreuten Therapie zur Eigenständigkeit
Das eigentliche Ziel sollte dabei nicht sein, Patienten möglichst lange zu betreuen. Das Ziel ist, sie Schritt für Schritt unabhängiger zu machen. Ein Patient, der eine Bewegung verstanden hat, sie sicher durchführen kann und weiß, worauf er achten muss, gewinnt dadurch etwas Entscheidendes: Eigenständigkeit.
Und genau diese Eigenständigkeit ist ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Rehabilitation.
Bei Just Functional beschäftigen wir uns deshalb mit der Frage, wie stationäre Rehakliniken Therapie, Training und selbstständige Bewegung sinnvoll miteinander verbinden können.
Mit Lösungen wie der MoveOne Station können individuelle Trainingsinhalte strukturiert bereitgestellt und Patienten bei ihrem eigenständigen Training unterstützt werden. Dabei geht es nicht darum, den Therapeuten zu ersetzen.
Es geht darum, seine Expertise gezielter einzusetzen und Patienten mehr Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an ihrer Rehabilitation zu geben.
Was passiert also am Wochenende?
Vielleicht muss die Antwort nicht lauten: „Keine Therapie.“
Vielleicht kann sie auch lauten: „Zeit für selbstständige Bewegung.“
Denn moderne Rehabilitation findet nicht nur dann statt, wenn ein Therapeut im Raum ist.
Sie findet auch dann statt, wenn Patienten das Gelernte anwenden, Bewegung selbst erfahren und Schritt für Schritt Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen.
Genau darin sehen wir bei Just Functional eine wichtige Chance für die Rehaklinik der Zukunft:
Nicht einfach mehr Therapie anzubieten. Sondern mehr Möglichkeiten für Patienten zu schaffen.
